Gut angekommen
Wie nicht anders zu erwarten war, bin ich gut angekommen. Ich hatte auch einen sehr angenehmen Flug - vier Sitzplätze zum Schlafen. Hainan Airlines ist wohl ab und an nicht ganz ausgelastet ;-) Aber so ist man wenigstens am nächsten Morgen nicht so ausgelaugt. Das Essen im Flugzeug war ganz reichhaltig (Gulasch + Kartoffelbrei + Gemüse sowie Nudeln + Gemüse), aber streichfähige Gemüsebeilagen sind doch nicht so ganz mein Fall. Auf dem Flughafen hat mich David (einer der chinesischen Kollegen) auch gleich am Ausgang erkannt und sofort weggeschnappt. Das war auch gut so - ich hätte ihn zwischen den gut 100 Chinesen wohl nicht so schnell erkannt.
Nach einem kurzen Zwischenstop im Hotel sind wir dann auch gleich zur Firma um direkt auch wieder zum Essen zu gehen. Es gab leckere Nudeln mit irgendeinem Gemüse und Bohnenmilch. Letzteres war sehr heiß und ist geschmacklich sehr gewöhnungsbedürftig. Danach hat man mir gleich eine neue Handykarte besorgt. Aber Handyverträge gibt es in China nicht wie Sand am Meer. Nein, man darf sich seine Nummer aussuchen, falls denn noch eine Nummer übrig ist. In dem Laden gab es an dem Tag zehn Nummern (davon noch 6 übrig). Heidi, die mir dabei helfen sollte, ging die Nummern schon mal durch um eine möglichst gute Nummer herauszusuchen. Gut heißt in China möglichst nur 8ten (klingt fast wie Wohlstand) und auf keinen Fall mit 4en (gleichbedeutend mit Tod). Für mich waren natürlich alle Nummern gleich gut ;-) Den Rest des Nachmittags durfte ich mich erstmal an die neue Arbeitsumgebung gewöhnen und nebenbei schon mal ein paar Fragen beantworten was die Software betrifft.
16:00 Uhr wollten wir dann zum Hausverwalter fahren (ca. 30 min zu Fuß von der Arbeit) und den Vertrag für meine neue Wohnung abschließen. Nun ja, aus 16:00 Uhr wurde dann 16:30 Uhr und so waren wir dann kurz vor 17:00 Uhr endlich da - mit dem Auto geht es während des Berufsverkehrs nicht so viel schneller als zu Fuß. Dort angekommen hat sich der Gehilfe des Hausverwalters sofort daran gemacht, den Vertrag auszufüllen (Standardvertrag = Lückentext). Kann man ja erstmal denken, dass so etwas vielleicht schon vorbereitet sein könnte und auch nicht so lange dauert - aber weit gefehlt. In dreifacher Ausfertigung Name, Laufzeit sowie Zahlungsart und -weise einzutragen und dann noch 2x das Inventar aufzunehmen - das kann schon mal zwei Stunden dauern. Und wenn man dann kein Englisch kann und aus dem Ausweis "Stadt Erkrath" als Namen einträgt, dann belustigt das wenigstens noch meinen Arbeitskollegen, der den Vertrag nochmal Korrektur lesen durfte. Zwischendurch gab es noch lebhafte Diskussionen, wie denn das Zeichen für ein bestimmtes Möbelstück richtig ist.
Für 17:30 Uhr waren wir dann ins Restaurant zur Peking-Ente bestellt. Abgesehen davon, dass die erste Runde Essen schon vorbei war, war es ganz nett da. Die aufgetischten Teller (sofern ich sie denn probiert hatte) waren ganz lecker und man war in der Runde erstaunt, dass ich von der Mehrzahl der anwesenden chinesischen Kollegen die chinesischen Namen kannte. Ansonsten wurden noch einige Klischees ins Nirvana befördert. Stadtchinesen haben kein Problem mehr damit, wenn beim Essen alles aufgegessen wird - der Gastgeber hat dann schlicht am Anfang zu wenig bestellt und gilt deswegen nicht gleich als schlechter Gastgeber. Danach gings dann wieder ins Hotel zurück.
Am nächsten Morgen war ich dann doch etwas zu früh wach (kurz nach 7:30 Uhr) um schon auf Arbeit zu gehen. Dort hatte man mich erst um 9:30 Uhr erwartet. Naja, was macht man also mit der Zeit? Ganz klar, den Koffer schon mal mit dem Taxi in die Wohnung bringen. Also runter zur Rezeption, ausgecheckt und die Adresse (natürlich auf dem Notebook) gezeigt. Nach längeren fruchtlosen Diskussionen zwischen drei Hotelangestellten und zwei Taxifahrern habe ich dann beschlossen, Halina anzurufen. Sie konnte dem Taxifahrer dann doch noch in die richtige Richtung lotsen.
Im Laufe des Tages waren David und Halina mit mir noch Einkaufen (Reinigungsmittel für die Wohnung und ein paar Dinge zum Essen - die Forderung nach einer Putzhilfe für die Erstreinigung ignorieren sie bisher ganz gut) und ich wurde ganz grob darauf vorbereitet, was ich denn die nächsten Wochen machen werde. Das wäre auf jeden Fall den Leuten die Software erklären. Man merkt, dass die Unterstützung aus Deutschland fehlt und dass sie viel zu wenig nachfragen. Die ersten drei Seiten Fragenkatalog habe ich jedenfalls schon bekommen.
Ok, das soll's dann auch erstmal gewesen sein - vom Wochenende und dem ersten Feiertag gibts dann mehr demnächst (inkl. Fotos). Und vielleicht kann man dann auch Kommentare hinterlassen.